Sofortprogramm Johannisstraße, Änderungsantrage der CDU/BOB-Gruppe zum Antrag Der Grünen

Beschluss:

Die Verwaltung wird beauftragt zu prüfen, ob und wie eine kreative Zwischennutzung
bis zum Rückbau der Gebäude und Flächen im Neumarktquartier (inklusive
Johannisstraße) in Abstimmung mit dem Investor Unibail-Rodamco-Westfield und
Neumarkt 14 möglich ist. Dabei soll auch in Erwägung gezogen werden, das Parkhaus
Große Rosenstraße wieder zu nutzen.

Ursprungsantrag Bündnis90/Die Grünen:

Die Verwaltung wird beauftragt, in Abstimmung mit den anliegenden Geschäftsleuten, Grundstückseigentümern, Institutionen, Kirchen u.ä.m. ein Sofortprogramm für die Johannisstraße aufzulegen und dabei insbesondere folgende Maßnahmen zu prüfen:

  1. Im Gespräch mit den Eigentümern Zwischennutzungen (etwa für PopUp-Stores) für die leerstehenden Gebäude und insbesondere auch für die Arkaden zu ermöglichen.
  2. Benennung eines Quartiers- und Baustellenmanagers, der Maßnahmen zur Belebung des Quartiers ergreift und für eine Verbesserung der Baustellenkommunikation sorgt (z.B. durch „Baustellenfeste“).
  3. Durchführung von Kulturveranstaltungen im Quartier mit Unterstützung von OMT und Kaufmannschaft (z.B. auf dem Kirchplatz, in St. Johann, der Drei-Religionen-Schule, den Kneipen und Läden) sowie eine Ausweitung des Programms „Sommer in der Stadt“ auf die Johannisstraße.
  4. Grundsäuberung des Eingangsbereichs der Johannisstraße und der Arkaden sowie Maßnahmen zur Unterbindung von Vandalismus, besonders im Bereich von Arkaden und Durchgängen.
  5. Aufwertung von Johannisstraße und des Platzes an der Johanniskirche durch Möblierung, ggf. Schaffung von Lieferzonen zur Unterstützung bei City-Logistik, Fahrradabstellflächen und Verhinderung von Falschparken.
  6. Organisation eines Quartiersweihnachtsmarktes unter Beteiligung der Anlieger (z. B. St. Johann, Treibhaus, Zinnober, Marienhospital, Kinderhospital, Caritas, Sozialdienst Kath. Frauen, AWO, Weinhandel Hoberg, etc.) und unterstützt von der OMT.
  7. Spezielle Quartiersveranstaltungen: z.B. Hollandmarkt o.ä.m..
  8. Auflegen eines Quartiersfonds für nachbarschaftliche Aktivitäten, Kulturveranstaltungen und -projekte, Weihnachtsmarkt.
  9. Ausweitung von Außengastronomie, evtl. auch temporär in den Sommermonaten auf Parkflächen oder auf den noch nicht fertiggestellten Arealen.
  10. Schaffung von Aufenthaltsflächen und Sitzgelegenheiten im Umfeld und Prüfung weiteren Stadtgrüns.

Zu beiden Anträgen wird in den zuständigen Fachausschüssen berichtet.

Begründung:
Der Neumarkt ist einer der zentralsten Plätze in Osnabrück. Neben seiner Lage im
Zentrum der Innenstadt ist er auch Hauptverkehrsachse für viele tausend Busse,
Fußgänger, Radfahrer und PKW täglich. Damit kommt ihm eine besondere
repräsentative Bedeutung zu. Allerdings herrscht hier schon viel Jahre Stillstand: das
ehemalige Hertie/Wöhrl-Kaufhaus sowie das Kachelhaus an der Ecke Neumarkt
14/Johannisstraße 63–64 stehen schon jahrelang leer und die Flächen bleiben
weitestgehend ungenutzt. Mit Absage des Investors Unibail-Rodamco-Westfield zum
Bau eines Einkaufszentrums wird sich daran in den nächsten Jahren auch
voraussichtlich nichts ändern.
Ziel muss es jetzt sein, einen Alternativplan für den Neumarkt auszuarbeiten und
diesen umzusetzen. Das kann allerdings Zeit in Anspruch nehmen. Daher ist es von
zentraler Bedeutung, den Stillstand zu beenden und eine Zwischenlösung zusammen
mit dem aktuellen Investor URW am Neumarkt zu ermöglichen. Aus diesem Grund soll
der Neumarkt bis zum Rückbau der Gebäude durch kreative Zwischennutzungen
belebt werden. Dazu hat die Konzeptgruppe Plan B viele gute Vorschläge erarbeitet.
Denkbar wäre zum Beispiel die Schaffung eines Kreativquartiers mit offenen Ateliers,
Proberäumen für Bands und (freie) Theatergruppen. Es gäbe Platz für Pop-Up Läden
und Streetfood sowie für Flächen für Existenzgründer und Arbeitsplätze für
Studierende. Auch Angebote der Erwachsenenbildung, eine ehrenamtlich betriebene
Zweigstelle der Stadtbibliothek, Hausaufgabenhilfe sowie Wohngemeinschaften von
Studierenden wären an dieser Stelle denkbar.
Darüber kann das Parkhaus Große Rosenstraße, beispielsweise im Rahmen eines
Kunstprojekts, wieder in Betrieb genommen werden (Künstlerparkhaus). Das
Parkhaus wird bis zum Abriss von Künstlerinnen, Künstlern und Kunstförderern
betrieben. So könnte die erste Etage, bis auf die Durchfahrtsflächen, als Kunstgalerie
dienen. Treppenhaus, Wände und Decken können außerhalb der Öffnungszeiten
künstlerisch gestaltet werden – etwa durch einen Graffitiwettbewerb. Im Erdgeschoss
vor der Ausfahrt kann ein Atelier eingerichtet werden, das auch für die Zahlvorgänge
genutzt wird. So können viele Assoziationen zum Thema Stadtentwicklung und Kultur
entstehen.
Für alle Nutzungsbereiche müssen verlässliche Partner gewonnen werden, wie zum
Beispiel das Studentenwerk und die Universität, die Musik- und Kunstschule, der
Bund bildender Künstler und viele andere Kunst- und Kulturschaffende aus
Osnabrück.

gez. Dr. E. h. Fritz Brickwedde,  CDU-Fraktionsvorsitzender

gez. Dr. Ralph Lübbe,  BOB-Fraktionsvorsitzender

Hier der Antrag im Original: 2019-09-03 Sofortprogramm Johannisstraße

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