Sanierung des Theaters am Domhof/Änderungsantrag

Beschluss:
Der Rat der Stadt bekräftigt die Bedeutung der Städtischen Bühnen für die Stadt
Osnabrück und die Region. Der Rat setzt sich für den Erhalt und die
Zukunftsfähigkeit des Theaters ein.
Die Städtischen Bühnen sind ein wesentlicher Standortfaktor für die Region mit
Osnabrück als Oberzentrum. Sie tragen maßgeblich zur Attraktivität Osnabrücks als
Wohn-, Studien- und Reiseziel bei und helfen den Unternehmen sowie der
Universität und Hochschule bei der Gewinnung von Fachkräften.
Aufgrund seiner hohen künstlerischen Qualität genießt das Theater auch
überregional große Anerkennung. Die Hälfte der insgesamt 750 Artikel und Berichte
zur Arbeit des Theaters in Zeitungen, Zeitschriften, Online-Medien und TV in der
Spielzeit 2017/18 entfiel auf überregionale Medien.
Vom Theater sendet die Friedensstadt Botschafter in die Welt: Das
Symphonieorchester brachte den Gedanken der Völkerverständigung mit den Mitteln
der Kunst nach Teheran, nach Wolgograd, Moskau, Kiew und Minsk, das
Schauspielensemble nach Twer, nach Namibia und Mosambik, das Tanzensemble
nach China, Italien, Jordanien und Russland und das Opernensemble in die
Niederlande.
Das Theater ist in der Stadt und der Region auf vielfältige Weise vernetzt. Es
bestehen zahlreiche Kooperationen mit der Hochschule, der Universität, den
Religionsgemeinschaften, den Museen, dem VFL, dem Musikverein, der Feuerwehr
und vielen Einrichtungen mehr.
Das Theater im Herzen der Stadt ist Arbeitgeber für mehr als 300 Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter aus 27 Ländern, erzeugt eine hohe Umwegrentabilität und belebt die
Altstadt an über 300 Spieltagen im Jahr.
In der Spielzeit 2017/18 konnten die Städtischen Bühnen rund 200.000
Besucherinnen und Besucher in ca. 700 Vorstellungen begrüßen. Davon sind 35.000
Schülerinnen und Schüler und über 7.000 Studierende. Mit seinem vielfältigen
theaterpädagogischen Angebot wird wertvolle Bildungsarbeit geleistet und pro
Saison werden über 30.000 Kinder und Jugendliche erreicht.
Alle diese für die Stadtentwicklung wichtigen Punkte gilt es für die Zukunft zu
erhalten!
Aus diesem Grund erkennt der Rat die grundsätzliche Notwendigkeit einer
Weiterführung des Theaterbetriebes an. Gleichzeitig betont der Rat, dass eine
Weiterführung  auf Basis der vorgestellten Planungen mit einem
Kostenvolumen von rd. 80.000.000 € nicht durch die Stadt allein finanziell darstellbar
ist – zumal die Finanzierung nicht zu Leistungs- und Angebotseinschränkungen bei
anderen Kulturträgern führen darf.

Daher ist zu prüfen, ob ein Neubau oder die angestrebte Sanierung
zudem die Chance bietet, räumliche und technische Möglichkeiten zu schaffen, die
es noch besser ermöglichen, das kulturelle Potenzial für die Erschließung neuer
Formate und Besucherinnen und Besucher zu nutzen.
Neben den Kosten für die (Wieder-)Herstellung einer ordnungsgemäßen
Spielstätte und der temporären Unterbringung des Spielbetriebes während
einer Sanierung ist auch die Höhe der zukünftigen Unterhaltungszuschüsse
unbedingt zu betrachten.
Bei Kosten von z. Zt. etwa 10 Mio. Euro jährlich belasten die Zuschüsse
mittelfristig die Finanzen der Stadt Osnabrück im Betrachtungszeitraum von 30
Jahren in größerem Umfang als die notwendigen Baumaßnahmen. Von daher
ist es unerlässlich zu prüfen, welchen Effekt eine Sanierung oder ein Neubau
auf die Höhe der zukünftigen jährlichen Zuschüsse haben.
Daher werden die Verwaltung und die Städtische Bühnen beauftragt, die
folgenden Einsparpotentiale eines Neubaus zu prüfen und den Mehrkosten
eines Neubaus gegenüber zu stellen:
– Wegfall der Kosten für die Auslagerung des Spielbetriebes während
einer dreijährigen Sanierung
– Reduzierung der Betriebs- und Personalkosten durch Optimierung aller
Abläufe innerhalb des Betriebes durch einen Neubau nach tatsächlichem
Bedarf statt Mehrkosten durch Kompromisse im Altbau und durch
räumlich getrennten Probebetrieb für den Betrachtungszeitraum.
– Die Erlöse für Grundstück und Immobilie im Verkaufsfall zu ermitteln

Verwaltung und Städtischen Bühnen werden beauftragt, die erforderlichen Schritte
einzuleiten, um mindestens 2/3 des Kostenvolumens zur Refinanzierung bei
europäischen, Bundes- und Landesinstitutionen in der Region, dem Landkreis
Osnabrück sowie privaten Spendern einzuwerben. Dafür wird unter
kostenneutraler professioneller Begleitung eine Kommunikationsstrategie
entwickelt, die regional und überregional Unterstützungsbereitschaft ermöglicht.

Der Inhalt der Vorlage unterstützt folgende/s strategische/n Stadtziel/e:
Vielseitige Kultur- und Freizeitangebote (Ziel 2016 – 2020)
Finanzielle Handlungsfähigkeit (Ziel 2016 – 2020)

Gez.
Dr. Ralph Lübbe
BOB-Fraktionsvorsitzender

Hier der Antrag im Original: 2019-03-12 Sanierung Theater Änderungsantrag

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