Bauleitplanung Hellern

Beschluss:

Zum
Bebauungsplan Nr. 623 – westlich Kampweg –
Planbereich: zwischen Lengericher Landstraße, Kampweg und Schoppenbreede
wird die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit sowie der Behörden und Träger öffentlicher
Belange auf der Grundlage der vorgelegten Planunterlagen beschlossen.
Die Öffentlichkeitsbeteiligung erfolgt durch vierwöchigen Planaushang und eine Anhörungsversammlung.

I. Neben den weiterführenden Untersuchung und Gutachten, die in der
Begründung zum Vorentwurf aufgelistet sind (z.B. Maßnahmen zur verzögerten
Einleitung des Niederschlagswassers, Fachbeitrag Schallschutz,
Verträglichkeit Geruchsemissionen, Kampfmittelbeseitigung,
Bodenfunktionsbewertung, Entwässerungskonzept, hydrogeologisches
Gutachten, stadtklimatologische Untersuchungen, landschaftsplanerischer
Fachbeitrag) sind folgende weiterführende Untersuchungen, sofern sie nicht
durch die bereits genannten Gutachten durchgeführt werden, erforderlich:

1. Gutachterliche Überprüfung der Auswirkungen der Bebauung durch
Versiegelung und Entwässerung der Fläche auf die Düte hinsichtlich
Pegelstand und Wasserqualität bei gleichzeitiger Berücksichtigung der in
Zukunft vermehrt zu erwartenden Starkregenereignissen und
Niederschlagsmengen
2. Gutachterliche Überprüfung der Auswirkungen der Bebauung auf Grundstücke
der Anwohner des Kampwegs hinsichtlich des Grundwasserspiegels und des
Oberflächenwassers
3. Die Grenzen des Überschwemmungsgebietes werden wegen des
Hochwasserereignisses von 2010 aktualisiert
4. Die Auswirkungen der Bebauung auf das FHH-Schutzgebiet und die in
unmittelbarer Nähe befindlichen Flächen (180m), die geeignet sind, als
Naturschutz-, bzw. als Landschaftsschutzfläche ausgewiesen zu werden.
Hierbei ist auch von der Verwaltung darzustellen, welche weiterführenden
Untersuchungen und Prüfungen durchgeführt werden müssten, wenn bereits
zum jetzigen Zeitpunkt der Bauleitplanung die betroffenen Flächen
entsprechend ausgewiesen gewesen wären.

II. Die Verwaltung wird gebeten darzustellen, ob und inwiefern die § 78b – 78d des
Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) bei dem Bauleitverfahren zu berücksichtigen
sind und welche Auswirkungen diese auf die Planungen entfalten.

Die Ergebnisse zu I und II sind spätestens vier Wochen vor Satzungsbeschluss
zusammen mit der abschließenden Abwägung der Umweltbelange vorzulegen.

III. Die Verwaltung wird gebeten, eine modifiziert Planung vorzulegen, die sich der
bereits vorhandenen Bebauung am Kampweg und der unmittelbaren Nähe zum
Landschaftsschutzgebiet anpasst

IV. Die Verwaltung wird gebeten, zeitnah einen Ortstermin zwischen Verwaltung,
Fraktionen und der Anliegergemeinschaft Hellern zu vereinbaren

Begründung:
Das für eine Bebauung geplante Gebiet befindet sich direkt angrenzend an die Flächen, die
vom Hochwasserereignis 2010 betroffen waren. In unmittelbarer Nähe befinden sich
Flächen, die geeignet sind als Naturschutzgebiet bzw. als Landschaftsschutzgebiet
ausgewiesen zu werden. Derzeit sind die Flächen im Flächennutzungsplan als Flächen mit
besonderer Bedeutung für Natur und Landschaft dargestellt und das Gebiet wird als
Naherholungsgebiet in Hellern sehr geschätzt.
Durch Beschluss des Rates wurde die Verwaltung beauftragt, bis zum Jahr 2020 die
Schaffung von Planungsrecht für die Errichtung von mindestens 3.000 zusätzlichen
Wohneinheiten zu schaffen. Durch Vorlage der Verwaltung VO/2018/2431 vom 23.05.2018
hat die Verwaltung dargestellt, dass dies bereits für 3.500 Wohneinheiten auf den Weg
gebracht wurde. Weitere Flächen werden im Lenkungskreis Wohnen und Gewerbe diskutiert
und überprüft. Eine Entspannung auf dem Wohnungs- und Immobilienmarkt ist derzeit zwar
noch nicht zu spüren, dies ist jedoch auch darauf zurückzuführen, dass die beschlossenen
Wohneinheiten zwar genehmigt, aber noch nicht fertig gestellt sind.
Vor diesem Hintergrund ist es besonders wichtig abzuwägen, ob eine Ausweisung dieser
sensiblen Fläche zu Zwecken der Wohnbebauung sinnvoll und nötig ist, insbesondere weil
der Stadtteil Hellern beim Hochwasserereignis von 2010 massiv betroffen war. Hierzu sollen
die unter Punkt 1-4 genannten Maßnahmen weitere, wichtige Erkenntnisse liefern. Die
Verwaltung und die Politik sollte anschließend dringend eine Risikoabwägung vornehmen.
Der Planentwurf der Verwaltung weist eine zum Kampweg hin sehr verdichtete, 3-
geschossige, kubusförmige Bebauung mit Flachdach auf. Diese Art der Bebauung passt
sich in keinerlei Hinsicht in das vorhandene Gebiet ein: Hellern hat den Charakter eines
Dorfes, angrenzend zur Natur – dafür ist Hellern über die Grenzen hinaus bekannt – und
überwiegend geprägt von Ein- und Zweifamilienhäusern. Am Kampweg befinden sich
überwiegend Häuser in 1,5-geschossiger Bauweise mit Satteldach. Eine Bebauung in dem
geplanten Ausmaß ist für die Entwicklung im Bereich Hellern auslaufend zur Natur
unpassend und stellt eine erhebliche charakterliche Veränderung dar.

Der Inhalt der Vorlage unterstützt folgende/s strategische/n Stadtziel/e:
Sozial- und umweltgerechte Stadtentwicklung (Ziel 2016 – 2020)
Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen (Ziel 2016 – 2020)

Gez.
Dr. Ralph Lübbe
BOB-Fraktionsvorsitzender

 

Hier der Antrag im Original: 2018-10-24 Bebauung Hellern

Menü schließen

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Unter anderem verwendet die Webseite Google Analytics. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies, zur Speicherung von personenbezogenen Daten sowie Hinweise zur Deaktivierung von Google Analytics erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen