Verdichtung auf Handelsimmobilien

Beschluss:
Der Rat möge beschließen:
Die Verwaltung wird beauftragt zu prüfen, ob und wie in der Stadt Osnabrück auf geplanten
bzw. bereits gewerblich genutzten Handelsimmobilien zusätzlich Wohnraum geschaffen
werden kann. Erfahrungen mit entsprechenden Vorhaben in anderen Städten sind hierbei zu
berücksichtigen (vgl. Anlage ON vom 08.04.2018: Discounter mit großen Plänen). Dazu soll
das Gespräch mit den Betreibern gesucht werden, um gemeinsame Lösungen und
Unterstützungsmöglichkeiten zu klären. Ein „Supermarktgipfel“ könnte dafür ggf. weitere
Impulse liefern.
Entsprechendes ist auch für Freiflächenparkplätze zu prüfen.

Der Inhalt der Vorlage unterstützt folgende/s strategische/n Stadtziel/e:
Sozial- und umweltgerechte Stadtentwicklung (Ziel 2016 – 2020)

Sachverhalt:
Die Entwicklung in Osnabrück ist von einer hohen Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum
und entsprechender Infrastruktur gekennzeichnet. Der Wohnungsmarkt allein kann diese
Nachfrage bisher nicht hinreichend befriedigen.
Die Stadt Osnabrück hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2020 2.500 bis 3.000 neue
Wohneinheiten zu schaffen. Mögliche Grundstücksangebote sind aber begrenzt. Sinnvoll ist
daher die Suche nach Möglichkeiten der Verdichtung. In bestehenden Siedlungsgebieten
kann eine intelligente Mehrfachnutzung und funktionale Mischung zusätzlichen Wohnraum
schaffen. Ein besonderer Vorteil ist die Nutzung und Kombination bereits vorhandener
Infrastruktur: soziale (Schulen, Kitas Ärzt/innen, etc.), gewerbliche (Nahversorgung) und
verkehrliche Angebote (Bus, Radwege usw.).
Nahversorger wurden vielerorts bisher in der Regel nur eingeschossig geplant bzw. errichtet,
liegen aber oftmals in gewachsenen Siedlungsgebieten und beanspruchen zusätzlich
Flächen für Parkplätze. Eine Aufstockung um Wohnraum kann für eine effektive
Flächennutzung und Kombinationen verschiedener Funktionen in einem Objekt
(Wohnen/soziale bzw. Versorgungsstruktur) sorgen und so das flächensparende Bauen
unterstützen. Hinzu kommt eine bessere Kostensituation für alle Nutzungsarten, so dass
auch günstigerer Wohnraum entstehen kann.
Wir sind der Auffassung, dass bereits versiegelte Flächen mit niedrigen Gebäuden – wie
eingeschossige Lebensmittelmärkte oder auch Fachmärkte mit ihren dazugehörenden
Parkplätzen – unter Berücksichtigung des Grundsatzes „Innenentwicklung vor
Außenentwicklung“ grundsätzlich künftig intensiver zu nutzen sind. Angesichts der hohen
Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt, aber auch aus städtebaulichen Gründen sind
eingeschossige Märkte, die sich insbesondere durch großen Flächenverbrauch und meistens
zudem durch eine anspruchslose Architektur auszeichnen, nicht mehr zeitgemäß.
Den Beispielen in anderen Städten folgend, schlägt die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen nun
vor, dass die Verwaltung insbesondere Akteure der Lebensmittelbranche und anderer
geeigneter Verbrauchermärkte, der Wohnungswirtschaft und der Stadtentwicklung zu einem
„Supermarktgipfel“ in Form einer öffentlichen Expertenanhörung zum Thema „Wohnungsbau
über Lebensmittelmärkten“ einlädt. Ziel ist, Möglichkeiten aufzeigen, wie beim Neu- und
Umbau von Lebensmittelmärkten insbesondere innerstädtisches Flächenpotenzial auch für
den dringend benötigten Wohnungsbau besser genutzt werden kann. Es sollen Hemmnisse
identifiziert und Vorschläge zum Abbau dieser erörtert werden.
Die in München und Berlin stattgefundenen Supermarktgipfel haben gezeigt, dass das
Interesse der verschiedenen Akteure aus Handel und Immobilienwirtschaft an dem Thema
groß ist. Denn nicht zuletzt auch aufgrund steigender Grundstückspreise sind in den
Großstädten eingeschossige Planungen rein für einen Supermarkt oder Discounter
wirtschaftlich immer weniger realisierbar.
Nicht nur Parkplätze der Versorger, sondern auch weitere Freiflächenparkplätze, zum
Beispiel von Bildungseinrichtungen oder Büroimmobilien können entsprechend überbaut und
auf diese Weise flächeneffizienter genutzt werden.
http://www.ardmediathek.de/tv/Plusminus/Wohnen-%C3%BCber-dem-Lebensmittelmarkt-
Mit-/Das-Erste/Video?bcastId=432744&documentId=51382214

gez. Michael Hagedon, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen

gez. Dr. E.h. Fritz Brickwedd, CDU-Fraktion

gez. Frank Henning, SPD-Fraktion

gez. Nils Elmers, UWG/Piraten

gez. Giesela Brandes-Steggewentz, Fraktion Die Linke

gez. Dr. Ralph Lübbe, BOB-Fraktion

Hier der Antrag im Original: 2018-05-08 Verdichtung auf Handelsimmobilien

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