Wasserschäden an Anliegergrundstücken Scharnhorstkaserne

Beschluss:

Auf dem Gelände der ehemaligen Scharnhorstkaserne werden zeitnah konkrete Maßnahmen durchgeführt, die erforderlich und geeignet sind, um anhaltende und weitere Überflutungen der anliegenden Grundstücke sowie das Eindringen von Wasser in Gebäudeteile zu vermeiden. Eine in Zukunft verdichtete Bebauung der Flächen gilt als zusätzlich geeignete aber nicht ausschließliche Maßnahme.

Der Inhalt der Vorlage unterstützt folgende/s strategische/n Stadtziel/e:

Sozial- und umweltgerechte Stadtentwicklung (Ziel 2016 – 2020)

Sachverhalt:

Nach dem Abriss der Scharnhorstkaserne sind die Bewohner der Artillerie-, Sudeten- und Julius-Heywinkelstrasse steigenden Grundwasserspiegeln ausgesetzt.

Vor der Bautätigkeit im Kasernengebiet wurde gutachterlich festgehalten, dass es einen Kellerraum der angrenzenden Grundstücke gibt, der durchfeuchtet, jedoch nicht durchnässt ist. Die Bewohner hatten bereits ihrerseits vor den Baumaßnahmen Drainagen zum Schutz ihres Eigentums gebaut, die den erhöhten Wasserspiegel nach Baubeginn dann allerdings nicht mehr bewältigen konnten.

In einem zweiten Gutachten aus 2013 (Nr. 110710-1/1-13 der Ibb) – in Auftrag gegeben durch die Osnabrücker Beteiligungs- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (OBG) – stellt der Gutachter massiv erhöhte „Durchfeuchtungsschäden durch Veränderung der Grundwasserverhältnisse aufgrund der „Entsiegelung“ der Kasernenfläche und der Beseitigung der Abwasser führenden Leitungen fest.

Bemerkenswert ist außerdem, dass der erste Bebauungsplan Nr. 571 noch die Vorgabe enthielt, Entwässerungskanäle im Konversionsgebiet zu schaffen, da das Kasernenareal selbst nicht mit einem ausreichenden Regenentwässerungssystem ausgestattet ist. Weiterhin wurde darauf verwiesen, dass sich die Böden auf dem Kasernengelände nicht zur Versickerung des anfallenden Niederschlagswassers eignen.

Nachträglich wurde der Bebauungsplan jedoch dahingehend geändert, dass lediglich der Bau eines Regenrückhaltebeckens vorgesehen wurde, welches jedoch nachweislich keine geeignete Maßnahme darstellt, um für eine Entwässerung des Geländes zu sorgen. Diese Maßnahme stellt sogar durch die Ansammlung von Wasser auf dem Gelände ein zusätzliches Problem dar.

Eine Ratsanfrage von 2016, die sich mit der Frage eines Verschuldens der Stadt beschäftigte, wurde mit einem Bestandsgutachten von 2010 – also vor Beginn der Maßnahmen – abgewiesen. Das Gutachten aus 2013, welches schließlich die Sachstandsveränderung der Anlieger nach dem Abriss darstellt, fand keine Beachtung.

Weiterhin wurde dargestellt, dass sich mit zunehmender Bebauung der Areale die Wasserproblematik wieder entschärfen werde. Dennoch werde der Anteil an versiegelten Flächen nicht wieder auf das alte Niveau steigen, als diese Flächen noch militärisch genutzt wurden. Da ungewiss ist, wann und in welchem Umfang es auf dem Gelände eine verdichtete Bebauung gibt und ob diese ausreicht, um die Problematik zu beseitigen, sind andere Maßnahmen vorzusehen, die geeignet sind, um die seit dem Jahr 2013 bestehenden Überflutungen der anliegenden Grundstücke sowie das Eindringen von Wasser in Gebäudeteile zu vermeiden.

gez.

Kerstin Albrecht

BOB-Ratsfraktion

Hier der Antrag im Original:

2017-08-24-Wasserschäden-an-Anliegergrundstücken-Scharnhorstkaserne

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